05-04-08 WESTSIDE-FESTIVAL 2008
Darf’s ein bisschen mehr sein? Nach dem erfolgreichen „Rheinhausen Rock City“ Festival von 2007 fährt der Kulturverein Westside diesmal im Haus der Jugend große Namen aus der deutschen Punkrock-Szene auf: Die international tourenden 77er-Glampunks „2nd District“ aus Bochum und die seit über 20 Jahren aktiven „Schwarzen Schafe“ aus Düsseldorf werden Rheinhausen am Samstag, 5. April, mal wieder zum Szene-Mekka machen. Natürlich wird auch feinste Kost aus heimischer Küche serviert: Von melodischem Beat-Punk’n'Roll mit den Cokeras, kräftig kesselndem Hardcore-Punk von Cross Current bis zu rotzigem Deutschpunk mit den „Elendstouristen ist für jeden, der Gitarren mag, was dabei. Zum Freundschaftspreis von sechs Euro – die ersten 50 Besucher erhalten außerdem eine Gratis-CD – öffnen sich die Türen zum Haus der Jugend ab 18 Uhr, die erste von fünf Bands greift pünktlich um 18:30 in die Saiten.
Hörproben:
2nd District: www.myspace.com/seconddistrict
Die Schwarzen Schafe: www.myspace.com/schafepunk
The Cokeras: www.myspace.com/thecokeras
Cross Current: www.myspace.com/crosscurrentduisburg
Elendstouristen: www.myspace.com/elendstouristen
2nd DISTRICT
Was tun zwei Bands, die sich ohnehin immer mal gegenseitig mit Personal
ausgeholfen haben, wenn sich beide auflösen? Na klar, die Zeichen stehen auf
Fusion. So geschehen, als 2005 mit den Glam-Punk-Ikonen „The Revolvers“ und
den 77er Puristen „District“ gleich zwei Hoffnungsträger der
Ruhrgebiets-Musikszene nahezu zeitgleich die Brocken hinwarfen. 2nd District
heißt der gar nicht so lausige Bastard, der sich um District-Frontman Marc
Ader geschart hat, um aus den Trümmern der Vorgängerbands wieder musikalische
Schätze zu heben.
Einflüsse kommen aus dem klassischen britischen Punk der späten 70er. The
Clash, The Buzzcocks und dank Marc Aders charakteristischer Stimme vor allem
The Undertones (Teenage Kicks) sind Namen, die immer wieder als Vergleich
herangezogen werden. Aber die Jungs haben auch ihre Lektion bei den Roling
Stones, David Bowie und Slade gelernt. Das Ergebnis beeindruckte das
Dortmunder Plattenlabel People Like You – auch international DIE Adresse für
dreckigen Rock’n'Roll – dermaßen, dass man es sich dort nicht nehmen ließ,
2006 das Debut-Album „Emmotional Suicide“ auf den Markt zu werfen. Ein neues
Album ist dieses Jahr zu erwarten. Und live bringen 2nd District ohnehin jede
Halle zum Kochen.
SCHWARZE SCHAFE
Gegründet 1985 in Düsseldorf, tingeln die SCHAFE seit über 20 Jahren durch die
Lande.
Die zweitälteste Düsseldorfer Punk-Band spielt mal schnellen Up-Tempo-Punk,
dann wieder nachdenkliche melodiöse Midtempo-Punkrockhymnen mit
unkonventionellen, sehr persönlichen deutschen Texten, jenseits aller
Klischees. Im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte haben DIE SCHWARZEN SCHAFE
mehrere hundert Bühnen und noch mehr Tausende Kilometer im In- und Ausland
hinter sich gelassen und sich so den Ruf als echte Live-Band hart erarbeitet.
Da einige Bandmitglieder schon seit Jahren auch in anderen Düsseldorfer Bands
spielen, sind deren Einflüsse nicht zu unterschätzen. Somit ist eine gesunde
Mischung entstanden, die Dank des unverkennbaren Gesangstils von
SCHAFE-Urgestein Armin jedoch immer noch 100 Prozent SCHAFE-Sound ist. Mit
der aktuellen Split Mini-LP “Keine Zeit” werden DIE SCHWARZEN SCHAFE auch im
21. Jahr nicht müde und legen hier 4 Songs vor, die locker das gute Niveau
des letzten Lonplayers „Auf Der Suche Nach Dem Licht“ weiterführen.
Druckvoller energiegeladener Punkrock, der voller Power rüberkommt, ohne
dabei die guten Melodien zu vergessen, die diese Band schon immer ausmachte.
DIE SCHWARZEN SCHAFE haben in all den Jahren niemals Zweifel aufkommen
lassen, daß sie eine engagierte Band sind, die sich immer mit dem politischen
Weltgeschehen auseinandersetzt, auch wenn nicht jeder Song ein Protestsong
sein muss. So lebt die Band durch alte Klassiker, wie „Friede den Hütten“
oder „Neue Rituale“, genauso wie durch Songs, wie „So Lange Dabei“ oder „Rote
Sterne“ vom letzten Album. Die Songs der “Keine Zeit”-MiniLp haben eindeutig
Ohrwurmqualitäten und zeigen, dass Punkrock in Deutschland nicht totzukriegen
ist. Kompromisslos, ehrlich und 100% Hit-kompatibel mit der nötigen
Portion„ In die Fresse”-Energie.
THE COKERAS
Die Cokeras aus Rheinhausen beglücken die Welt seit 1996 mit ihrem
Beat-Punk’n'Roll. Gitarrist und Sänger „Peter Dalton“ schnupperte
internationale Bühnenluft mit den den Psychobilly-Legenden Frantic
Flintstones und den Folk-Rockern Jamie Clarke’s Perfect. Bassist „J.Deal“
weiß dank seiner Erfahrung beim Rheinhauser Punk-Urgestein Triple J, wo der
Hammer hängt, und Schlagzeuger „Steve Porter“ sorgte schon bei den legendären
Pilsköpfen, Rheinhausens dienstältester Punkband, für ein solides
Rhythmusfundament.
Zu dritt lassen sie einen melodischen Mix aus klassischem Punkrock, gutem
alten Rock’n'Roll und Beat der 60er vom Stapel. Wer da nicht mitwippt, ist
taub oder ein schlechter Mensch.
CROSS CURRENT
Die Band CrossCurrent aus Rheinhausen existiert seit circa vier Jahren und hat
das Gaspedal seitdem kräftig durchgedrückt. Der Stil ist mit dem Begriff
Punkcore gut umschrieben: Punk, Oi, Heavy Metal und Hardcore kommen zusammen
und ergeben ein kraftvolles Brett. Melodien sind kein Fremdwort, aber es muss
kesseln! Nicht nur auf der 6-Song-Demo-CD und dem ersten Album, sondern vor
allem auf der Bühne. Da lässt die schweißtreibende Performance von
CrossCurrent keinen kalt.
ELENDSTOURISTEN
Die Elendstouristen sind eine sympathische Band aus dem ebenfalls
sympathischen kleinen Duisburg. Nunja eigentlich kommt nur 1/5 der Band aus
Duisburg – Proberaumstandort und übersteigert gekünstelter Lokalpatriotismus
lassen nichts anderes zu, als ein Bekenntnis zu dieser charmanten und
herzlichen Perle des Reviers.
Angefangen hatte alles viel früher. Aber erst seit Anfang 2007 steht die
Besetzung so wie sie jetzt ist. Wann genau wer in die Band gekommen ist, wer
wen wie und wo gefunden hat ist nicht mehr rekonstruierbar, zu peinlich oder
schlicht zu unspektakulär. Bis auf die Geschichte wo der Matze den Alex
sturzbetrunken in einer Weseler Kneipe dazu genötigt hatte, sich als Drummer
der Band zur Verfügung zu stellen. Den weitreichenden Folgen seiner Handlung
nicht im entferntesten bewusst, karrieregeil und noch halb im Delirium,
unterschrieb er einen lebenslänglich nur einseitig kündbaren Knebelvertrag,
der (wörtl.) “unseren” Schlagzeuger verpflichtet(e), sich nicht ungefragt von
seinem Instrument zu entfernen, die Gage an den Rest der Bandmitglieder zu
zahlen, die Band auf alle Konzerte zu kutschieren und noch viele weitere
detailreiche Vertragspunkte, die aus Platzgründen hier nicht mehr genannt
werden
Und diese wundersame Begegnung trug sich zu, in dieser wunderbaren Kneipe am
Heiligen Abend.
So, oder so ähnlich jedenfalls.





